Camp Zikula 2008 – ein persönlicher Rückblick

Am vergangenen Wochenende, also vom 22. bis 24.08., fand das „Camp Zikula“ statt. Dieses Treffen von Anwendern und Entwicklern des Zikula-Frameworks haben wir 2004, damals unter dem ursprünglichen Namen „pnMeeting“, ins Leben gerufen, um sich besser kennen zu lernen.

camp zikula

In diesem Jahr traf man sich folglich zum 5. Mal. Rund 25 Leute (aus Österreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Dänemark, Großbritannien und natürlich Deutschland) kamen zu einem Wochenende voller Information, guten Gesprächen und Freundschaft zusammen.

Die große Änderung kam gleich am Anfang: Der „inoffizielle Teil“, das gemütliche Beisammensein am Freitagabend, fand jetzt nicht mehr im Wohnzimmer statt, sondern in einer Weinstube, mit der Folge, dass tatsächlich kein Laptop lief. Einige halfen sich mit Smartphones über die Entzugserscheinungen hinweg…

Der Sonnabend begann (fast schon traditionell) mit technischen Schwierigkeiten: Das angekündigte Streaming lief nicht. Von kurzen Ausnahmen abgesehen, sollte dies auch das ganze Wochenede über so bleiben. In seiner Keynote fasste Mark West vor allem das im vergangene Jahr erreichte zusammen, insbesondere die Umbenennung von PostNuke zu Zikula sowie die anschließenden Releases.

Im Vergleich zu den Vorjahren waren weniger Vorträge eingeplant, was deutlich mehr „Luft“ für Gespräche abseits des offiziellen Programms bot. Auch  hat sich über die Jahre das Spektrum der Vorträge weg von nur den PostNuke.-Entwicklern verständlichen Themen hin zu allgemeineren Themen entwickelt. Höhepunkt dieser Entwicklung war der Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Cornelius Wille über „Location Based Services“, aber auch Jørn Wildts Vortrag über OpenID am Sonntag war nicht nur für Zikulaner interessant und zeugte von exzellenter Sachkenntnis.

Bei den Zikula-spezifischen Themen wurde einmal mehr das Potential dieses Frameworks deutlich. Erik Spaan aus den Niederlanden präsentierte einen Theme-Baukasten, der das Anpassen an eigene Wünsche (sollen es 3 Spalten sein oder nur 2? Mit oder ohne Boxen unterhalb des Contents?) extrem einfach macht, und mit dessen Hilfe bereits etliche Designs umgesetzt wurden. In die gleiche Kerbe schlug Mark West mit der Vorstellung seiner Theme-Kollektion, die nicht nur Marks Produktivität belegt, sondern auch ein Beleg für die Anpassbarkeit von Zikula. Den Vogel freilich schoss Axel Guckelsberger mit der Präsentation von ModuleStudio ab. Bereits im PHP-Magazin war ein längerer Artikel über ModuleStudio erschienen, aber erst die praktische Demonstration hat gezeigt, dass es damit in der Tat möglich ist, ein beliebiges Modul zu entwickeln und – der eigentliche Clou dabei – dieses auch über verschiedene Revisionen von Zikula hinweg aktuell zu halten.

Für mich hat das Treffen gezeigt, dass Zikula sich zu von einem guten CMS zu einem ernstzunehmenden Framework entwickelt hat. Klar, für ein Blog, in dem ich der einzige Schreiberling bin, benötige ich keine umfangreiche Rechteverwaltung.Seine Stärken spielt Zikula dort aus, wo es über diesen Standard hinaus geht, nämlich in der Anpassung und Neuentwicklung von Funktionalitäten. Gerade mit ModuleStudio, aber auch „zu Fuß“, dank der wirklich guten Objektorientierten API, ist die Entwicklung einer Anwendung, die gleichzeitig auf die Sicherheitsfeatures von Zikula zurückgreifen kann, ziemlich einfach. Durch die saubere Trennung von Core und Zusatzfunktionen, die beim Spring der .7er PostNuke.-Reihe auf Zikula vorgenommen wurde, ist der Weg umgekehrt jetzt aber auch frei für zusätzliche Modulschnittstellen untereinander. So haben wir in den Diskussionen auch Schnittstellen zwischen „Content“-Modulen und Bilder/.Mediengalerien  angesprochen.

Gespannt bin ich auf die von Mark West angekündigte Distribution zu Blogging-Zwecken. Hier ist geplant, eine komplette Zikula-Installation samt der für das Blogging benötigten Module anzubieten.

Ein großes Dank an die Organisatoren des Meetings (vor allem Axel und Nina), und an alle, die da waren. Es war großartig!

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